hYpercrites Blog

Die Abenteuer eines Kevin!

Ich weiß, dass ich quasi gar nichts mehr hier schreibe, aber der Blog hat mittlerweile diese Art "therapeutische Wirkung" verloren, für die er anfangs gedacht war. Klar hilft es mir noch hin und wieder, sogar selbst meine eigenen Texte zu lesen, aber um so mehr verärgert es mich dann doch, wenn ich das Gefühl habe, einfach nichts mehr zu sagen zu haben.

Generell habe ich das Gefühl, mein Leben weggeschmissen zu haben. Es heißt, dass wenn man das, was man getan hat, genossen hat, dann ist es nicht verschwendet gewesen ...oder so ähnlich. Aber ich weiß nicht so recht, ich habe nie wirklich etwas aus meinem Leben gemacht, ob ich nun Spaß an manchen Dingen hatte, oder eben nicht so sehr.

Ich habe viele Chancen in meinem Leben einfach verstreichen lassen. Sei es, weil ich faul war, oder weil ich diese nicht erkannt habe, aber so nach und nach wird mir das immer wieder öfter bewusst. Ich sieche so langsam vor mich hin, werde zusehends fetter, bekomme aber den Arsch nicht hoch, um etwas zu unternehmen. Die einfachsten Dinge, die leichtesten Aufgaben, die man innerhalb weniger Augenblicke erledigen könnte, oder die einem den Tag wenigstens ein Bisschen glätten, fallen mir immer schwerer. Diese Trägheit kommt nicht alleine durch mein zunehmendes alter, ich werde einfach so langsam fett, ich weiß das, ich sehe es. Ich sah mich beim schlendern durch Ikea vor ein paar Wochen in einigen Spiegeln und war ...entrüstet, als ich sah, was aus mir geworden ist.

Ich meine, ich kann schon verstehen warum Frauen immer mehr und mehr das Interesse an mir verlieren, nichtsdestotrotz fehlt es mir immer mehr und mehr, auch mal wieder jemanden in die Arme nehmen zu können, nicht immer alleine einschlafen zu müssen. Nicht falsch verstehen, ich bin nach wie vor gerne alleine und denke auch, dass das im Moment immer noch die beste Option ist... dennoch, mir fehlt Nähe, und ich sehe nicht, wie ich daran etwas ändern kann, insofern ich nicht auch endlich anfange, etwas an mir zu ändern.

Es ist deprimierend zu sehen, dass selbst kleinste Flirts, je albern und spaßig sie auch gemeint sind, mittlerweile nur noch belächelt werden, höchstens. Dass selbst, wenn ich jemanden im Umkreis von 50km kennen lerne, man sich maximal freundschaftlich mit mir Treffen will. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass jede gleich für immer an mich binden will, jedoch von vornherein diese Option ausschließen? Wirklich?

Ich habe das Gefühl, in meinem Leben an einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein und fühlte ich mich früher noch einigermaßen wohl in meiner eigenen Haut, so gefalle ich mir um so weniger, je mehr ich in mich reinstopfe, und der Selbsthass ist groß.

Ich sehe, wie die Menschen mich ansehen, wie sie mich schon immer angesehen haben, das hatte mich aber früher nie wirklich gestört... Heute geht es mir da irgendwie anders, ich weiß nicht, wie ich das Gefühl genau beschreiben kann, aber ich habe mehr und mehr den Gedanken, dass mich die Blicke "anders" durchbohren, es ist irgendwie... ich weiß nicht, abwertend(er)? Ich kann nicht mal genau sagen, ob es deshalb in meinem Kopf stattfindet, weil ich mich in meiner eigenen Haut nicht mehr wohlfühle, oder ob es wirklich so ist. Vielleicht ist es von Person zu Person unterschiedlich, aber selbst ein stink normaler Einkauf bereitet mir mittlerweile Sorgen und Kopfzerbrechen, und da stimmt doch irgendwas ganz gewaltig nicht. Ich war noch nie ein Fan von großen Menschenmengen, aber das ist dann doch irgendwie ein anderes Gefühl.

Ich weiß einfach nicht, wie lange ich das noch ertrage. Ich weiß nicht, ob ich jemals etwas daran ändern werde, und wenn, wie. Ich meine, wem soll ich etwas vormachen? Ich bin nun mal faul, habe keine Motivation, keinen Antrieb. Ich hätte vielleicht gerne jemanden, mit dem ich alles zusammen machen kann, sei es auch nur ein täglicher Spaziergang um wenigstens mal wieder etwas in Schwung zu kommen, ohne dass mir alleine durch das ausräumen des Geschirrspülers die Puste wegbleibt. ...es ist traurig.

Im grunde genommen möchte ich doch auch nur hin und wieder mal ein bisschen Anerkennung erhalten. ...Anerkennung ist vielleicht das falsche Wort, aber irgendwie ist es dann wiederum doch treffend, ich weiß einfach nicht. ...Zuneigung. Ja, zuneigung trifft es irgendwie auch ganz gut, oder besser. Hm.

Es stimmt schon, ich schreibe zusehendst seltener und seltener in meinen Blog. Jedoch sollte man dabei nicht vergessen, dass der Blog aus dem Gedanken heraus entstand, das, was mich bewegt und beschäftigt, was mich belastet und bedrückt, nieder zu schreiben.

Das hat auch eine Weile richtig gut funktioniert, der Blog war für mich wie eine art Tagebuch und ich fühlte mich eine Zeit lang auch etwas besser, aber ich bin im Moment an einem Punkt, an dem es mir wieder nicht so gut geht und ich alles und jeden (besonders mich) in Frage stellen muss. Ich lasse Dinge schleifen, die dringend erledigt werden müssen und dass ich nun im Januar auch noch ein Schreiben eines Anwalts bekommen habe, macht die Gesamtsituation auch noch weitaus schlimmer. Für mich so schlimm, dass ich bisher nur drei oder vier Mal darüber sprechen konnte. Es ist unglaublich wie sehr mich das belastet, alleine schon wenn ich darüber nachdenke, oder hier nun schreibe. Da ist für mich die möglichkeit, mich jemand anderem mitzuteilen, kein gutes Gefühl.

Das Amt spielt da allerdings auch eine Rolle zu meiner momentanen Lage. Die haben im Dezember so einiges verkackt, woran ich zugegebenermaßen auch selbst Schuld bin. Jedenfalls "arbeite" ich selbst nun im März immer noch an deren Scheiße, die die verbockt haben und muss mich nun immer noch mit meinem Vermieter rumplagen, danke für nichts.

Alles in allem könnte man also eigentlich sagen, dass jeder Brief, der zur Zeit in meinem Briefkasten landet, für mich immer nur ein schlechtes Zeichen ist, egal von wem der Brief kommen mag.

Ich flüchte mich wieder viel zu oft in Spiele oder Videos bzw Filme, die ich alle nur halb anfange und nicht wirklich zuende schaue. Mein Youtube- und Netflix-Playlist sieht aus, als hätte ich beim durchklicken einen Schlaganfall gehabt. Ebenso die Spiele, die ich spiele. Alle irgendwo mittendrin beendet. Weil mich alles langweilt, nichts fasziniert, nichts fesselt, mir aber dennoch irgendwie hilft, nicht ganz die Kontrolle über mich zu verlieren. Das mag vielleicht alles albern klingen aber was bleibt mir denn noch? Was bleibt einem noch, wenn man absolut keinen eigenen Antrieb hat?

Ich kann und werde von niemandem verlangen, mich an die Hand zu nehmen. Ich werde auch weiterhin niemanden um Hilfe bitten, denn ich bin aktuell wieder an einem tief angelangt, vor dem ich mich selbst fürchte. Und das wird nicht nur durch Briefe beeinflusst, sondern auch durch Dinge, Situationen, Umstände und Gedanken, die ich nicht mal willens bin, hier auf meinem Blog zu schreiben. Und das soll schon was heißen, möchte ich meinen.

Verfickte Scheiße, ich habe einfach keine Lust mehr, immer so zu tun als sei alles in Ordnung. Andererseits bin ich auch nicht bereit mich erneut an den Versuch zu wagen, mich jemandem wirklich mitzuteilen. Ich bin verloren und finde keinen Weg der mich weiterbringt. Eines Tages, werde ich an einem Punkt in meinem Leben gelangen, an dem ich absolut keinen Sinn mehr in irgendwas sehe und davor graust es mir jetzt schon.

Heute Nacht entwickelte sich eine Diskussion, die mich anfangs gar nicht interessiert hat (wie immer eigentlich), jedoch stieß mir eine Aussage besonders ins Auge, weswegen ich dann doch auch meine Sicht der Dinge dazu beitragen wollte.

Zuallererst kommt der Gesprächsverlauf, und anschließend werde ich noch etwas mehr dazu schreiben, da die Person offline ging und ich diese Unterhaltung nicht mehr weiter fortführen konnte, jedoch nicht so enden lassen möchte.

(...)

User1: Ich halte mich prinzipiell von Menschen wie dir fern.

User1: Du kannst dein Leben so gestalten wie du möchtest, deswegen möchte ich mich da nicht weiter einmischen,.

User2: Nur weil ich effektiv gegen Unmenschlichkeit, Intoleranz und Verachtung vorgehe?

User2: Weil ich menschen schlimme Sachen Antue die anderen schlimme Sachen antun?

Ich: scheiße bist du wichtig

User2: Die menschen sollen einfach mal lernen sich zu benehmen mehr verlange ich ja nicht.

Ich: du verlangst, dass menschen sich nach deinem ideal verhalten

Ich: man kann die natur der menschen nicht ändern.

Ich: man kann nur so tun als ob und sich verstellen.

User2: Wenn das die Natur der Menschen sein soll dann kann ich ja nichts dafür dass ich so bin

User2: Es ist meine Natur sorry

Ich: du kannst aber etwas dafür, in das leben anderer eingreifen zu wollen.

User2: Ich muss mich so verhalten mein hoch entwickeltes Gehirn erlaubt es mir nicht mich zivilisiert zu verhalten

Ich: natürlich können andere etwas dafür, in das leben anderer einzugreifen. jedoch macht dich das nicht schlechter oder besser als diese, vollkommengleich deiner absichten.

User2: Versteht du die Ironie?

Ich: du verstehst überhaupt nichts.

User2: Ich finds lächerlich dass die Menscheit die letzten Jahrtausende nichts dazu gelernt hat, damals wie heute gibt's Abschaum sie schaffen es nicht ohne Hass und Gewalt miteinander auszukommen. Das geht so nicht.

User2: Ja du hast recht ich verstehe nicht wieso es nicht friedlich zugehen kann

Ich: du kannst versuchen andere zu beeinflussen, sie nach deinem ideal zu formen, sie von mir aus auch bewegen. aber niemand wird sich ändern. und schon gar nicht, nur weil du dich als eben so jemanden hinstellst und herausposaunst, schlechte eigenschaften bekämpfen zu wollen. denn mit dieser aussage sagst du nur eins, unzwar: bitte denkt auch an mich.

Ich: es wird nie frieden geben, das liegt in unserer natur

Ich: je eher du deinen eigenen frieden damit machst, umso besser wirst du dich fühlen. denn es geht immer nur darum, seinen eigenen frieden mit sich selbst zu machen. und um nichts anderes.

User2: Wenn du das so siehst sollten wir gar nicht erst existieren

User2: Tut mir leid ich kann aber keinen Frieden finden wenn ich ständig von Leuten um mich heru...

James konnte User2 gerade noch den Mund zuhalten.

User2: Witzig, mann kan nicht mal abgefakkt sagen

Ich: es ist vollkommen in ordnung, nicht im einklang seiner mitmenschen zu sein. es geht darum, es zu akzeptieren, da du keinen einfluss darauf haben kannst, egal wie sehr du es versuchen wirst.

Ich: es wird immer menschen geben die anders denken und anders handeln, dieser tatsache wirst du nicht entkommen können.

User2: Und genau deshalb wünsche ich mit manchmal dass ein Komet oder so und gleich alle mit einem Schlag auslöscht. Besser wir existieren gar nicht erst als so leben zu müsse .

Ich: wir sterben alle irgendwann, ob du deine zeit damit verbringen willst, andere menschen zu ändern, statt deinen eigenen frieden zu finden, ist allein deine entscheidung.

User2: Solange es um mich herum keinen Frieden gibt wird es auch keinen Frieden mit mir leben. Ich kann nichts dafür dass ich den Planeten mit 7 Milliarden anderen teilen muss

Ich: sie können aber auch nichts dafür, dass sie den planten mir dir teilen müssen, dennoch sind sie, wie sie sind und du wirst nichts daran ändern können. geht es dir denn dadurch besser, dich in diskussionen mit menschen einzulassen, die nicht deinem ideal entsprechen? hast du schon jemals irgendwen, in irgend einer art und weise beeinflussen können? im positiven sinne, natürlich.

User2: du hast recht die menschen werden sich nie ändern und ich muss iwie damit leben.

User2: Ich will nur deutlich machen, auch ich habe meine Grenzen. Und wenn mir mal die Hand ausrutscht (bildlich ausgedrückt) soll sich keiner wundern und in mir das Monster sehen wenn ich es in Wirklichkeit nicht bin.

Ich: ja aber du musst dich dafür nicht rechtfertigen. jeder hat seine eigene, für sich festgelegte grenze, ob nun bewusst oder unbewusst.

Ich: du kannst deinen standpunkt vertreten, ohne jemanden (persönlich) anzugreifen.

Ich: so tue ich es doch auch gerade

User2: Was ja mitunter echt am widerlichsten ist ist die bewusst abgewertete Einsicht gewisser Leute. Etwas anstellen und dafür auf keinen Fall gerade stehen können oder so skrupellos sein dass man sich nicht mal über die Konsequenzen seines Handelns Gedanken macht.

User2: In diese Kiste fallen ja quasi so ziemlich alle Politiker und scheinheilige Aktivisten

Ich: gerade stehen für dinge, die man getan hat, ist so eine sache für sich. das funktioniert nur dann, wenn die person sich selbst schuldig fühlt. ich spreche nicht davon, seine schuld anzuerkennen, sondern von der selbsterkenntnis, oder selbsteinsicht. alles andere ist eben nur eben wieder diese art der beeinflussung die nicht funktioniert, oder eben nur so getan wird, als würde sie funktionieren.

Ich: wenn der mensch etwas tut, was von der allgemeinheit als negativ gewertet wird, damit selbst aber kein problem hat oder eben seinen frieden damit gemacht hat, dann kann er alles sagen, was er will um andere menschen glauben zu lassen, reumütig zu sein, ist es jedoch nicht. wird er nie sein.

Zugegeben, keine so kurze Unterhaltung, und an und für sich wiederholen sich meine Aussagen auf die eine oder andere Art und Weise, ebenso wie die Selbstironie, SEINE Ansicht mehr oder weniger zu beeinflussen, was offensichtlich aber nicht der fall war, da er nicht begriffen hat, was ich ihm schrieb. jedoch konnte ich, obwohl ich im grunde genommen auch nur ab Anfang der hier gezeigten Unterhaltung mitlas, nicht anders als ihm etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. DAS liegt eben in MEINER Natur.

Natürlich will ich in keineswegs das negative Handeln und Denken anderer Menschen schön reden, aber eben auch nicht in diesem Maße kritisieren, wie eben dieser User. Ich meine, was wissen wir denn? Jeder ist sich seiner eigenen Existenz bewusst, bis zu einem gewissen Grad. Aber eben auch nicht mehr. Man kann die Menschen um sich herum weder dauerhaft beeinflussen, noch verändern. Man kann sie manipulieren, sie in gewisse Bahnen lenken. Jedoch, was jeder einzelne für sich selbst denkt, das kann niemand anderes wissen, außer man selbst. In wirklichkeit denkt doch jeder anders, als er es laut aussprechen würde. Jeder kann einsichtig und reumütig sein, aber eben nur dann, wenn man selbst daran glaubt. Wenn man selbst der Überzeugung ist, so zu sein, oder so zu handeln, wie man es tut oder besser getan hätte.

Alles andere, ist meiner Meinung nach eben einfach nur die eigene verschwendete Lebenszeit, bei dem versuch, anderen Menschen seine Denkweise mit aller Kraft aufzubürden, ob es einem nun gefällt, oder eben nicht.