Ich weiß, dass ich quasi gar nichts mehr hier schreibe, aber der Blog hat mittlerweile diese Art "therapeutische Wirkung" verloren, für die er anfangs gedacht war. Klar hilft es mir noch hin und wieder, sogar selbst meine eigenen Texte zu lesen, aber um so mehr verärgert es mich dann doch, wenn ich das Gefühl habe, einfach nichts mehr zu sagen zu haben.

Generell habe ich das Gefühl, mein Leben weggeschmissen zu haben. Es heißt, dass wenn man das, was man getan hat, genossen hat, dann ist es nicht verschwendet gewesen ...oder so ähnlich. Aber ich weiß nicht so recht, ich habe nie wirklich etwas aus meinem Leben gemacht, ob ich nun Spaß an manchen Dingen hatte, oder eben nicht so sehr.

Ich habe viele Chancen in meinem Leben einfach verstreichen lassen. Sei es, weil ich faul war, oder weil ich diese nicht erkannt habe, aber so nach und nach wird mir das immer wieder öfter bewusst. Ich sieche so langsam vor mich hin, werde zusehends fetter, bekomme aber den Arsch nicht hoch, um etwas zu unternehmen. Die einfachsten Dinge, die leichtesten Aufgaben, die man innerhalb weniger Augenblicke erledigen könnte, oder die einem den Tag wenigstens ein Bisschen glätten, fallen mir immer schwerer. Diese Trägheit kommt nicht alleine durch mein zunehmendes alter, ich werde einfach so langsam fett, ich weiß das, ich sehe es. Ich sah mich beim schlendern durch Ikea vor ein paar Wochen in einigen Spiegeln und war ...entrüstet, als ich sah, was aus mir geworden ist.

Ich meine, ich kann schon verstehen warum Frauen immer mehr und mehr das Interesse an mir verlieren, nichtsdestotrotz fehlt es mir immer mehr und mehr, auch mal wieder jemanden in die Arme nehmen zu können, nicht immer alleine einschlafen zu müssen. Nicht falsch verstehen, ich bin nach wie vor gerne alleine und denke auch, dass das im Moment immer noch die beste Option ist... dennoch, mir fehlt Nähe, und ich sehe nicht, wie ich daran etwas ändern kann, insofern ich nicht auch endlich anfange, etwas an mir zu ändern.

Es ist deprimierend zu sehen, dass selbst kleinste Flirts, je albern und spaßig sie auch gemeint sind, mittlerweile nur noch belächelt werden, höchstens. Dass selbst, wenn ich jemanden im Umkreis von 50km kennen lerne, man sich maximal freundschaftlich mit mir Treffen will. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass jede gleich für immer an mich binden will, jedoch von vornherein diese Option ausschließen? Wirklich?

Ich habe das Gefühl, in meinem Leben an einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein und fühlte ich mich früher noch einigermaßen wohl in meiner eigenen Haut, so gefalle ich mir um so weniger, je mehr ich in mich reinstopfe, und der Selbsthass ist groß.

Ich sehe, wie die Menschen mich ansehen, wie sie mich schon immer angesehen haben, das hatte mich aber früher nie wirklich gestört... Heute geht es mir da irgendwie anders, ich weiß nicht, wie ich das Gefühl genau beschreiben kann, aber ich habe mehr und mehr den Gedanken, dass mich die Blicke "anders" durchbohren, es ist irgendwie... ich weiß nicht, abwertend(er)? Ich kann nicht mal genau sagen, ob es deshalb in meinem Kopf stattfindet, weil ich mich in meiner eigenen Haut nicht mehr wohlfühle, oder ob es wirklich so ist. Vielleicht ist es von Person zu Person unterschiedlich, aber selbst ein stink normaler Einkauf bereitet mir mittlerweile Sorgen und Kopfzerbrechen, und da stimmt doch irgendwas ganz gewaltig nicht. Ich war noch nie ein Fan von großen Menschenmengen, aber das ist dann doch irgendwie ein anderes Gefühl.

Ich weiß einfach nicht, wie lange ich das noch ertrage. Ich weiß nicht, ob ich jemals etwas daran ändern werde, und wenn, wie. Ich meine, wem soll ich etwas vormachen? Ich bin nun mal faul, habe keine Motivation, keinen Antrieb. Ich hätte vielleicht gerne jemanden, mit dem ich alles zusammen machen kann, sei es auch nur ein täglicher Spaziergang um wenigstens mal wieder etwas in Schwung zu kommen, ohne dass mir alleine durch das ausräumen des Geschirrspülers die Puste wegbleibt. ...es ist traurig.

Im grunde genommen möchte ich doch auch nur hin und wieder mal ein bisschen Anerkennung erhalten. ...Anerkennung ist vielleicht das falsche Wort, aber irgendwie ist es dann wiederum doch treffend, ich weiß einfach nicht. ...Zuneigung. Ja, zuneigung trifft es irgendwie auch ganz gut, oder besser. Hm.