Heute hatte ich wieder ein Bewerbungsgespräch, für eine Zeitarbeitsfirma als Fachlagerist. Nicht das erste Mal und leider vermutlich auch nicht das letzte Mal.
Es sind unschöne erfahrungen, traurigerweise aber auch immer und immer wieder das Selbe, was man dort zu hören bekommt.

Angeblich ist die Firma, für die man sich gerade bewirbt, ja genau die Beste weil die sich wegen so und so von den Anderen hervorhebt. Aber ganz im Ernst? BLA BLA BLA.

Eine ganze Stunde habe ich nun dort verbracht und durfte mir anhören, wie Toll alles doch sei und wie sie sich ja für die Arbeiter einsetzen und, und, und. Das alles, obwohl ich bereits zu Anfang klar gemacht habe, dass ich mich aktuell um eine neue Ausbildung bemühe die eine ganz andere Richtung einschlägt, als ein Staplerfahrer Kevin. Mir war dann sofort klar, um mich als Person, oder als Arbeiter geht es hier gar nicht.

Es geht darum, mich als Resource zu verkaufen. Wie Fieh. Er nannte mir Firmen, an die man "verliehen" wird um diese und jene Tätigkeit auszuüben. Hier was aufbauen, da was einräumen. Solche dinge. Aber so wirklich "Arbeit" als Fachlagerist gibt es scheinbar nicht. Das wurde mir dann auch im verlauf des Gesprächs klar gemacht, als er mir erzählte, das jemand mit höheren Qualifikationen genau so die selbe Arbeit verrichten würde wie ich.

Und sowas erzählt man dann einem bei einem Bewerbungsgespräch? Da denkt man doch, dass ihm vielleicht die Übung bei solchen gesprächen fehlen würde, aber nein. Großspurig erzählte er mir, wie lange er sowas schon machen würden, für die verschiedenstens Firmen in den verschiedensten Orten. Also was genau wollte er mir damit jetzt sagen? Ich denke, das weiß er selbst nicht.

Nachdem ich dann den seltsamen Fragebogen ausgefüllt hatte, die dann auch noch eine Rückseite hatte, worauf man dann bloß Häkchen von 1 (sehr gut) bis 4 (nicht zutreffend) setzen musste, ging es dann mit dem halb-einstudiertem Bewerbungsgespräch weiter.

Eigentlich war die ganze Sache sehr entspannt und die Gespräche waren locker, jedoch plauderte er vielleicht gerade deswegen, ein wenig zu viel, für meinen Geschmack.
Nach und nach hat sich bei dem Gespräch immer mehr herausgestellt, wie sehr ich nicht für diese Firma arbeiten möchte. Schade.

Gut okay, mir war das irgendwie von Anfang an klar, da ich ja sowieso anderes in Aussicht habe. Wusste er ja auch, war ihm aber halt egal.

Denn eines ist klar, wer in Deutschland in Zeitarbeit geht, ist nicht sehr viel mehr als Soylent Green*. Und das ist traurig. Sehr traurig. Da wundern sich die Leute dann wirklich noch darüber, das so viele Menschen krank und kaputt sind? Ach... bitte.

Es ist zum kotzen und es deprimiert mich, dass man so behandelt wird. Aber wen wundert das, bei so Wörtern wie "Personal-Leasing" oder "Human Resources" im Namen?

*(...) dass das Produkt aus Menschenfleisch hergestellt wird.