Was macht man eigentlich, wenn man aufwacht, und merkt, dass einem die Gesichtshälfte (gefühlt) herunterhängt?
Genau, erst mal gar nichts. Ich, zumindest, habe erstmal meine Familie besucht, haben zusammen gegessen und uns einen Film angesehen, bevor ich dann den Tag darauf mal auf die Idee kam, dass es vielleicht doch ganz gut wäre, mal zum Arzt zu gehen.

Da ich die Nacht ohnehin durchgemacht habe, war ich auch gleich der Erste der da war. "Natürlich" hat mein Arzt erstmal volles Rohr übertrieben und einen Krankenwagen geordert, der mich in das 30km entfernte Krankenhaus für solche Fälle mit Blaulich hinkacheln sollte. Obwohl er schon im Vorfeld ausschließen konnte, dass es ein Schlaganfall war.
Als die dann energiegeladen dort aufschlugen, habe ich denen direkt mal den Wind aus den Segeln nehmen müssen. "Ganz ruhig; ich kann laufen, stehen, reden", danach sind wir dann im normalen Tempo zum Rettungswagen getrottet. Nachdem ich dann eingeladen wurde, wie so ein Gaul, mit allen möglichen Geräten verkabelt und festgezurrt wurde, sind wir dann auch endlich mal losgefahren und die Typen waren auch super drauf, immerhin das einzig Gute an dem Morgen.

Im Krankenhaus angekommen, wussten die erstmal gar nicht wohin mit mir, geile Scheiße. In einem schmalen, schlecht beleuchteten, langen Gang haben zwei Schwestern darüber schwadronieren welches Zimmer denn überhaupt mal frei wäre, in welches ich dann auch endlich mal reingeschoben wurde. Dann ging der Scheiß wieder los; Geräte, Kabel, Blutdruck messen. Blut abnehmen klappte dann nach dem dritten, gescheiterten versuch auf der rechten Seite auch endlich, nachdem ich fragte, ob sie nicht mal auf die Idee käme, es am linken Arm zu versuchen.

Egal, weiter geht's, keine Auffälligkeiten. Nun kam endlich auch mal ein Arzt herein. Total geistesabwesend an mir vorbei, setzte er sich erstmal an den Schreibtisch, tippte irgendwas in den PC ein und schlürfte an seinem Kaffee. Super, direkt mal ein Arschloch, so mag ich das. Als dann die Schwestern verschwanden, kam er dann auch tatsächlich mal auf die Idee, mich zu begrüßen. Von Freundlichkeit keine Spur, lege ich zwar auch keinen großen Wert drauf, aber da ich von der ganzen Aktion eh schon so abgenervt war, und trotzdem freundlich blieb, hätte man das auch von jemanden erwarten können, der täglich in Kontakt mit Patienten steht.

Dieser hat mich dann jedenfalls runter in den Keller geschickt, mit groben Richtungsangaben, weil wenn man schon ein Arschloch von Arzt ist, dann muss man das auch konsequent durchziehen. Ein CT sollte es sein. Ich musste jedoch länger darauf warten, an die Reihe zu kommen, als die eigentliche Prozedur gedauert hat, meh. Auch wieder keine Auffälligkeiten. Ich also wieder hoch, wieder warten, diesmal vor dem langen Gang im Wartebereich. Ich hasse warten, saß aber neben einer Familie die schon mindestens eine Stunde darauf gewartet hatten, endlich mal reinzudürfen oder zu erfahren, was denn jetzt mit ihrem Familienangehörigen los ist. Also will ich da mal lieber nichts gesagt haben.

Nachdem ich dann endlich wieder rein "durfte", fing er auch schon an, mich über die Risiken, Nebenwirkungen und eventuellen Folgeschäden aufzuklären, die so auftreten könnten, wenn er mir eine dicke Nadel in den rücken stecken will. Nein danke. Nachdem ich das abgelehnt habe, wurde er sogar noch unfreundlicher, man mag es kaum für möglich gehalten haben. Zickte mich dann an, dass man sich die ganze Fahrt dann hätte sparen können und dass der "Einsatz" (Bitch pls) so teuer sei. Auf eine Art und Weise, als hätte er die Fahrt mit Blaulicht aus eigener Tasche bezahlt. Jedenfalls hat er mir dann Papiere mitgegeben, mit den Dingen die ich so brauche, mich entlassen und ich durfte im Kantinenbereich (der auch wieder nur aus einem langen Gang bestand) darauf warten abgeholt zu werden. Die Familie die vor mir schon gewartet hat, saß dann immer noch da, geil organisiert der Laden.

Super, Freitagmittag kam ich an keine Rezepte mehr ran und konnte das ganze Wochenende ohne Medikamente wie so ein scheiß Krüppel weder richtig trinken noch essen. Als ich dann Montag wieder bei meinem Arzt war, war er sichtlich angefressen von dem Verhalten und dem Umgang im Krankenhaus. Dort angerufen, erfuhr er dann auch, dass der Arzt, der mich behandelt hat, nur Vertretung war, macht's zwar nicht besser, aber das erklärt wenigstens das Verhalten ein wenig.

Jedenfalls bekomme ich nun Kortison, Magentabletten und muss nachts wie ein Pirat mit Augenklappe schlafen. Das Ganze ist nun schon über eine Woche her und ich merke so langsam dass es besser wird. Auch wenn es nervig ist, da meine Zunge taub ist und alles scheiße schmeckt, schwerer atme und mit meinem linken Auge nicht richtig blinzeln kann.

Richtig nerviger Scheiß. Und wo oder wie ich mir das eingefangen habe, weiß ich immer noch nicht.