Ich bin jemand mit vielen Gewohnheiten. Mit vielen alltäglichen Routinen und die brauche ich auch. Meine Tage sind eher langweilig und eintönig aber solche Sachen wie Termine stressen mich schon ungemein. Aber auch sowas wie irgendwo anzurufen, Briefe verschicken fucken richtig ab. Naja klar, wen nervt sowas nicht? Aber wenn ich dann auch an meine Maßnahme denke, Termine vom Amt, Vorstellungsgespräche, dann sind das alles Dinge, die mich ziemlich verunsichern und meinen Tagesablauf komplett durcheinanderbringen.

Vermutlich liegt das auch daran, dass ich schon so lange arbeitslos bin. Früher hatte ich weniger Probleme damit, wenn sich etwas ändert. Mittlerweile lebe ich aber nur noch so in den Tag hinein, von Tag zu Tag, mache aber immer das Selbe.
Ich hatte noch nie Probleme damit, früh aufzustehen. Werde ich auch sicher nie haben, bin kein Morgenmuffel, du Penner! Dennoch, alles wofür ich meine Wohnung verlassen muss, mal abgesehen vom einkaufen, macht mich wahnsinnig.

Es ist schon beängstigend, wie sehr tägliche Gewohnheiten mich in meinem Alltag einschränken oder eher beeinflussen. Natürlich spielt auch meine Antriebslosigkeit dabei eine große Rolle und sicher ist es bis zu einem gewissen Punkt auch eine art Faulheit, die aber eher eine kleineren Teil ausmacht, denn wenn ich so darüber nachdenke, dass das ständige hin und her gegurke zum Amt z.B. keine Probleme bereitet (immerhin sind das ca. 40km), dann liegt es halt wirklich nur an dem Umstand, überhaupt meinen Tag anders verbringen zu müssen.

Ich weiß nicht, ob ich selbst einfach aus diesem Trott herauskomme, oder das überhaupt will. Natürlich ist das nicht gesund und wird auch sicher mit der Zeit nicht besser, aber aktuell sehe ich keine für mich greifabare Möglichkeit und so bleibt mir nur der schweißgebadete gang zum Briefkasten und anderen unannehmlichkeiten.